Bei professionellen Mitarbeiterausweisen, Zutrittskarten oder Dienstausweisen spielt nicht nur das Kartendesign eine wichtige Rolle. Je sicherheitskritischer eine Anwendung wird, desto wichtiger ist auch die Frage: Wie lässt sich auf den ersten Blick erkennen, ob ein Ausweis echt ist?
Eine Möglichkeit bietet das Tactile Impression Module (TIM) von Entrust. Das optionale Modul ergänzt kompatible Kartendrucker um ein physisches Sicherheitsmerkmal, das nicht nur sichtbar, sondern auch fühlbar ist. Damit lassen sich ausgegebene Karten deutlich von gewöhnlich bedruckten Plastikkarten unterscheiden.
Was ist Tactile Impression?
Beim Tactile-Impression-Verfahren wird mithilfe einer im Modul eingesetzten Prägematrize ein definiertes Motiv in die Kunststoffoberfläche der Karte gepresst. Dabei arbeitet das System mit Wärme und mechanischem Druck. Je nach Anforderung kann zusätzlich eine Farb-Folie in die erzeugte Struktur eingebracht werden.
Das Ergebnis ist ein Merkmal, das sich sowohl optisch erkennen als auch mit dem Finger ertasten lässt. Ein nachträgliches Ändern oder Fälschen der Karte wird dadurch extrem erschwert, da das Plastik dauerhaft verformt ist.
Als Motiv kommen beispielsweise ein Logo, ein Symbol oder ein speziell für die jeweilige Ausweisanwendung entwickeltes Sicherheitselement infrage. Entrust ermöglicht hierfür auch kundenspezifische Tactile-Designs.
Wichtig ist die Abgrenzung zu klassischen Prägeverfahren: Das Tactile Impression Module dient nicht dazu, auf jeder Karte unterschiedliche Namen, Personalnummern oder andere variable Informationen zu prägen. Stattdessen wird über eine fest eingesetzte Matrize ein wiederkehrendes Merkmal erzeugt.

Mit Tactile Impression Modul gepresstes Globus-Motiv auf einem Ausweis
Ein Sicherheitsmerkmal ohne zusätzliches Prüfgerät
Der besondere Vorteil liegt in der einfachen Überprüfbarkeit.
RFID-Chips, digitale Zertifikate oder elektronische Zutrittsberechtigungen bieten ein hohes Sicherheitsniveau, benötigen zur Prüfung jedoch die entsprechende technische Infrastruktur. Ein taktiles Merkmal kann dagegen bereits bei einer Sicht- und Tastprüfung wahrgenommen werden.
Ein Sicherheitsmitarbeiter kann beispielsweise prüfen, ob sich das erwartete Merkmal an der vorgesehenen Stelle der Karte befindet. Das taktile Abdruckmodul ergänzt damit elektronische Sicherheitsmechanismen um ein physisch überprüfbares Echtheitsmerkmal.
Entrust positioniert die Technologie ausdrücklich als zusätzliche Maßnahme gegen Fälschung und Manipulation.
Für welche Anforderungen eignet sich Tactile Impression besonders?
Nicht jeder Mitarbeiterausweis benötigt ein taktiles Sicherheitsmerkmal. Interessant wird die Technologie vor allem dann, wenn mehrere Anforderungen zusammenkommen.
1. Ausweise sollen unmittelbar auf Echtheit geprüft werden können
In sicherheitskritischen Bereichen findet die Kontrolle eines Ausweises nicht ausschließlich elektronisch statt. Mitarbeitende an Pforten, Sicherheitspersonal oder andere autorisierte Personen müssen unter Umständen bereits anhand der Karte erkennen können, ob es sich um einen vorgesehenen Originalausweis handelt.
Ein individuell definiertes, fühlbares Merkmal schafft hierfür eine zusätzliche Prüfmöglichkeit.
2. Gewöhnliches Nachdrucken soll erschwert werden
Ein Kartendesign lässt sich grundsätzlich fotografieren, digital nachbauen und auf einer anderen Karte reproduzieren. Ein physisches Merkmal erhöht die Hürde für eine solche Nachbildung, da nicht mehr allein die grafische Gestaltung kopiert werden müsste.
Das Tactile Impression Module eignet sich deshalb besonders für Organisationen, die ihren Karten neben dem normalen Druck eine zusätzliche physische Sicherheitsstufe geben möchten.
3. Ausweise werden direkt vor Ort produziert
Besonders interessant ist das Verfahren für Unternehmen und Einrichtungen, die ihre Karten selbst ausgeben.
Das TIM kann beispielsweise mit dem Kartendrucker Entrust Sigma DS3 kombiniert werden. Mögliche Anwendungen sind hierbei Behördenausweise, Mitarbeiterausweise, Studentenausweise und Zutrittskarten.
Damit lassen sich Karten inklusive des taktilen Merkmals unmittelbar im eigenen Unternehmen beziehungsweise an der jeweiligen Ausgabestelle erstellen.
4. Sicherheit und Corporate Design sollen miteinander verbunden werden
Tactile Impression muss nicht ausschließlich als technisches Sicherheitsmerkmal betrachtet werden.
Auch ein Unternehmenslogo oder ein individuelles Symbol kann als fühlbares Gestaltungselement verwendet werden. Damit verbindet die Technologie Markenidentität mit physischer Kartensicherheit.
Gerade bei hochwertigen Mitarbeiterausweisen, Mitgliedskarten oder anderen repräsentativen Kartenprogrammen kann dies interessant sein.
5. Mehrere Sicherheitsmerkmale sollen kombiniert werden
Besonders wirkungsvoll ist ein physisches Merkmal, wenn es nicht isoliert eingesetzt wird.
Je nach Sicherheitsanforderung können Ausweise beispielsweise mehrere Ebenen kombinieren:
- hochauflösenden Sicherheitsdruck
- UV-Druck
- individuelle Hologramme oder Sicherheitslaminate
- Tactile Impression
- RFID- bzw. Smartcard-Technologie
- elektronische Zutrittsberechtigungen
Das taktile Abdruckmodul von Entrust wird damit Bestandteil eines mehrstufigen Sicherheitskonzepts, bei dem die Karte sowohl visuell und haptisch als auch elektronisch überprüft werden kann.

Entrust Sigma DS3 Kartendrucker mit Tactile Impression Modul
Sigma DS3 oder Artista CR805: Zwei unterschiedliche Ansätze
Aktuell lässt sich das Tactile Impression Module mit dem Entrust Sigma DS3, DS4 sowie dem Entrust Artista CR805 Retransfer-Kartendrucker kombinieren.
Der Sigma DS3 arbeitet im Thermosublimations-Verfahren (Direct-to-Card) und erreicht eine Druckauflösung von bis zu 300 × 1.200 dpi. Mit Farbdruck und Tactile Impression erreicht der Kartendrucker eine Geschwindigkeit von bis zu 145 Karten pro Stunde.
Der Artista CR805 arbeitet dagegen mit Retransfer-Technologie und einer Auflösung von 600 dpi. Dadurch eignet er sich insbesondere für Anwendungen, bei denen sehr hohe Druckqualität, feine Schriften und anspruchsvolle Sicherheitslayouts gefragt sind.
Auch beim eigentlichen Tactile-Verfahren gibt es einen Unterschied: Bei den Sigma-Drucksystemen kann die taktile Struktur auch ohne zusätzliche Folie erzeugt werden. Beim Artista Retransfer-System wird für das Tactile Impression Modul eine Folie benötigt.
Welches Drucksystem sinnvoller ist, hängt daher vom gewünschten Sicherheitsniveau, der benötigten Druckqualität, dem Kartenmaterial, den Stückzahlen und den weiteren Anforderungen an die Personalisierung ab. Hierzu geben Ihnen unsere Experten bei YouCard gerne eine detaillierte Beratung.
Für wen lohnt sich die Investition?
Tactile Impression ist vor allem dort interessant, wo ein normal bedruckter Ausweis den Sicherheitsanforderungen nicht mehr vollständig gerecht wird.
Typische Einsatzbereiche sind beispielsweise:
- Behörden und öffentliche Einrichtungen: Dienstausweise oder Berechtigungskarten können um ein zusätzliches, unmittelbar überprüfbares Sicherheitsmerkmal ergänzt werden.
- KRITIS-Unternehmen und Industrie: Bei Mitarbeiterausweisen für sensible Bereiche kann Tactile Impression eine weitere Sicherheitsstufe neben Zutrittskontrolle und RFID-Technologie darstellen.
- Healthcare: Kliniken und andere größere Einrichtungen können Mitarbeiterausweise zusätzlich physisch absichern und unterschiedliche Kartenprogramme eindeutig kennzeichnen.
- Unternehmen mit erhöhten Sicherheitsanforderungen: Für Werksausweise, Zutrittskarten und Unternehmensausweise kann das Merkmal die visuelle Identitätsprüfung unterstützen.
- Hochwertige Mitglieds- und Kundenkarten: Neben dem Sicherheitsaspekt kann die fühlbare Struktur auch als hochwertiges Branding-Element eingesetzt werden.
Fazit: Physische Sicherheit als Ergänzung digitaler Identitäten
Moderne Ausweissysteme setzen zunehmend auf elektronische Funktionen wie RFID, Smartcards und digitale Berechtigungen. Trotzdem bleibt die physische Karte in vielen Anwendungen ein wichtiges Identifikationsmedium.
Das Tactile Impression Module von Entrust ergänzt diese digitalen Sicherheitsmechanismen um eine vergleichsweise einfach überprüfbare physische Ebene: Ein definiertes Sicherheitsmerkmal kann gesehen und gleichzeitig ertastet werden.
Besonders interessant ist die Technologie deshalb für Organisationen, die ihre Ausweise selbst produzieren, erhöhte Anforderungen an den Fälschungs- und Manipulationsschutz haben und elektronische Sicherheitsmechanismen mit sichtbaren und fühlbaren Merkmalen kombinieren möchten.
Als Entrust-Partner unterstützt YouCard Unternehmen und öffentliche Einrichtungen bei der Konzeption entsprechender Kartenausgabesysteme – von der Auswahl des Kartendruckers und geeigneter Sicherheitsmerkmale bis zur Integration von RFID-Technologien und professionellen Identity-Management-Lösungen.



